Engelbert Kaempfer wird in Japan noch heute hoch verehrt

Hochrangige deutsch-japanische Ärztedelegation zu Gast im Rathaus

Lemgo. Am heutigen Sonntagmittag besuchte eine hochrangige Delegation der Dokkyo University School of Medicine aus Mibu/Japan unter der Leitung von Professor Dr. Akira Terano in Begleitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Domschke, dem Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik B der Universität Münster, und weiterer Ärzte die Alte Hansestadt Lemgo. Die japanische Delegation, die sich vom 4. bsi 17. September zusammen mit extra ausgewählten japanischen Medizinstudenten in der Universität Münster aufhält, hatte sich diesen Besuch in der Heimatstadt Engelbert Kaempfers ausdrücklich gewünscht. Bekanntlich wird Kaempfer in Japan hoch verehrt und gilt mit als Begründer der traditionellen deutsch-japanischen Freundschaft.


Überreichung der Gastgeschenke - von links: Prof. Dr. Yamanouchi, Prof. Dr. Akira Terano (Präsident der Dokkyo University School of Medicine in Mibu), Bürgermeister Dr. Reiner Austermann und Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Domschke (Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik B der Universität Münster)

Neben einem interessanten Besuchsprogramm mit einer Führung durch die historische Innenstadt und einem Besuch im Weserrenaissance-Museum empfing auch Bürgermeister Dr. Reiner Austermann die hochrangigen Gäste im Rathaus. Weiterhin waren Vertreter der Engelbert-Kaempfer-Gesellschaft und der Politik zu diesem besonderen Empfang geladen.

In seiner Begrüßung blickte der Bürgermeister auf die für die damalige Zeit nicht groß genug zu wertenden Leistungen von Engelbert Kaempfer zurück, des größten Sohnes der Stadt. Kaempfer legte mit seiner Reise nach Japan den Grundstein für die Beziehungen zwischen Japan und Europa. Er hob hervor, dass sich diese Beziehungen in den letzten drei Jahrhunderten wahrlich gewaltig entwickelt haben. Heute seien die Volkswirtschaften beider Länder eng miteinander verflochten. Auch der wissenschaftliche Austausch sei inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Die akademische Partnerschaft zwischen den Medizinischen Fakultäten der Universitäten Münster und Mibu sei ein Teil dieser wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Er begrüßte es sehr, dass sich die Delegation die Zeit genommen habe, die Heimatstadt Engelbert Kaempfers zu besuchen und bezeichnete dies als große Ehre für Lemgo. Abschließend wünschte er den Gästen auf japanisch noch weiterhin einen schönen Tag in der schönen Alten Hansestadt Lemgo.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Prof. Dr. Akira Terano (Präsident der Dokkyo University School of Medicine in Mibu) bei seinem Grußwort. Links daneben Hideko Matsumoto-Benkelberg, von der Engelbert Kaempfer Gesellschaft, die in gewohnt routinierter Weise während des Empfangs als Dolmetscherin fungierte.

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Domschke sprach den Dank für den herzlichen Empfang in der Alten Hansestadt Lemgo an die Stadt und die Engelbert-Kaempfer-Gesellschaft unter der Leitung von Herrn Dr. Wolfgang Ulrich, aus. Es freue ihn sehr, dass der Wunsch der japanischen Delegation nach einem Besuch in Lemgo realisiert werden konnte. Professor Dr. Terano, der Präsident der Dokkyo University School of Medicine in Mibu, hob in seinem Grußwort die Einflüsse der deutschen Medizin auf die japanische Medizin, beginnend bereits mit der Reise Engelbert Kaempfers, hervor. Dabei verdeutlichte er die besondere Wichtigkeit vom Austausch zwischen den Medizinern, mit dem bereits auf der Ebene der Studenten begonnen werden müsse. Im Rahmen des Empfanges trugen sich die Professoren in das Goldene Buch der Alten Hansestadt Lemgo ein. Zur Erinnerung überreichte Bürgermeister Dr. Reiner Austermann an die Gäste jeweils einen Bildband und eine Erinnerungsmedaille. Er erhielt aus den Händen von Prof. Dr. Terano eine Medaille der Dokkyo Universität.

Lemgo-News [www.lemgo-news.de], 11.09.2005

18.09.05