Der Orientreisende Engelbert Kaempfer
trifft am persischen Hof in Isfahan ein

Engelbert Kaempfer ist einer der bedeutendsten Vertreter der Aufklärung in Deutschland, wenn auch beinahe unbekannt. Geboren 1651 verbrachte Kaempfer seine Kindheit in Lemgo, damals noch ein Zentrum der Hexenverfolgung.

Es zog ihn hinaus in die Welt der Wissenschaft: Über Lüneburg, Danzig, Krakau und Königsberg gelangte Kaempfer - inzwischen ein Universalgelehrter in Latein, Geschichte, Geographie, Jura, Philosophie und Medizin - nach Schweden. Dort wurde er in die Gesandtschaft König Karls XI. aufgenommen.

Der König suchte Bündnispartner gegen die Osmanen und war interessiert am Handel mit Rohseide. 1684 kam Engelbert Kaempfer an den persischen Hof.


Hydrographische Karte vom Persischen Golf
Rechte: Interfoto

 
 

Erreicht hat die Gesandtschaft beim Schah nicht viel. Doch Kaempfer, der später nach Japan weiterreiste, hinterließ eine kulturgeschichtlich höchst bedeutsame Beschreibung seines Aufenthalts im Orient, die sachlich, nüchtern und ohne große religiöse Polemik anschaulich eine bis dahin hierzulande völlig fremde Welt schildert.

Autor: Tobias Mayer © WDR 2009 [Zur Audiodatei]

Quelle: WDR5, Zeitzeichen, 29.03.2009

29.03.2009